Artikelserie: Kitesurfen mit Kindern – Tipps & Tricks – Vol. 2

Kitesurfen mit Kindern

Erfahrungsbericht Nr. 2:
Aus Chaos wurde Routine

Fritz Kalman kitet selbst seit drei Jahren – und hat seine Frau Ulli schon kurz nach seinem Start mit dem Kitevirus angesteckt. Fritz erzählt, wie auch die drei Kids des Ehepaares schön langsam ins Kiten hineingekippt sind:

Nachdem wir beide mit dem Kiten begonnen hatten, waren wir mit unseren Kindern Rebecca (11), Tobias (9) und Natalie (7) oft in Podersdorf unterwegs – und hatten es so organisiert, dass ein Elternteil zum Kiten aufs Wasser konnte, während der andere mit den Kids schwimmen ging.

Rebecca am Kitebeach in Podersdorf. (c) by Fritz Kalman

Mit der Zeit blieben die Kids aber immer öfter mit uns am Kitestrand. Zugegeben, als kitende Eltern hat man es mit drei Kids in der coolen Atmosphäre am Kitebeach nicht immer leicht – das änderte sich aber, je öfter wir als Familie an den Strand kamen. Unser eigenes Können wurde besser und auch die Kinder interessierten sich immer mehr für den Sport.

So begannen die zwei größeren Kids, an ruhigen Tagen am Kitestrand, oder hin und wieder auch in der Nähe auf einem Feld, mit Trainerkites zu üben. Größenmäßig hat das ausgereicht – bei 30 Kilo Körpergewicht können auch 1,5 Quadratmeter schon ordentlich ziehen! Uns war wichtig, dass die Kinder lernen, den Kite gut zu kontrollieren, vor allem zwischen den ganzen anderen Kitern. So wurde das anfängliche Chaos, das man an manchen Sonntagen am Nord-Nordstrand in Podersdorf vorfindet, schnell zur Routine.

Schließlich habe ich die Kinder dann die ersten Male in Tandemmanier bei mir am Brett mitfahren lassen – Rebecca war damals neun, Tobias 8 und Natalie schon mit 6 Jahren. Die Grundvoraussetzungen hatten sie alle: Gute Schwimmkenntnisse, Koordination, keine Angst vorm Untertauchen oder wenn man einmal Wasser schluckt. Eine Prallschutzweste für genügend Auftrieb und Schutz bei Stürzen war auch immer dabei.

Als Elternteil verbringt man oft viele Stunden am Wasser … warme Ausrüstung ist dabei äußerst hilfreich. (c) by Fritz Kalman

Rebecca hat ihren ersten richtigen Kitekurs dann mit zehn Jahren absolviert. Wer sich als Elternteil aber erwartet, dass mit dem Bezahlen des Kitekurses alles erledigt ist und man das Kind dann einfach aufs Wasser schicken kann, der irrt gewaltig! Man kann die Kids danach nicht allein mit Schirm und Brett aufs Wasser schicken und sich selbst überlassen. Also gab es Einzelstunden für Rebecca.

Ab dem Zeitpunkt, als auch Tobias ernsthaft mit dem Kiten anfing, ging es dann richtig ins Geld. Dauerhafte Einzelstunden für zwei Kids hätte uns in den finanziellen Ruin getrieben – also fingen wir an, selbst mit ihnen ins Wasser zu gehen. Das konnten wir so machen, da wir immer ein Backup in Form der lokalen Kiteschule hatten (danke an kite2fly!), die mit dem Boot vor Ort waren und auf die wir uns zu 100 % verlassen konnten und die noch jetzt ein Auge auf unsere Tochter hat, wenn sie alleine draußen kitet.

Sonnenuntergangsstimmung in Podersdorf. (c) by Locker Baumeln

Rebecca fährt mittlerweile schon selbstständig, bei Tobias wird es nächstes Jahr soweit sein. Was ich schön finde, ist, dass die Akzeptanz für unsere Kinder am Strand mittlerweile viel größer geworden ist, dass die Kids am Wasser von den Kiteschulen angefeuert, gelobt und motiviert werden.

Kitesurfen mit Kindern:
Meine Erkenntnisse & wichtigsten Tipps 

  • Betreuung: Mit einem Kitekurs allein ist es noch nicht getan – bis die Kinder stabil fahren, dauert es meist seine Zeit. Man kann davon ausgehen, dass man als Elternteil (sofern man kiten kann) noch viele Stunden mit seinen Kindern am Wasser verbringt und aufpasst – oder dass noch weitere Kurse bzw. Einzelstunden nötig sind.
  • Platz: Wenn man keinen menschenleeren Spot zur Verfügung hat, macht ein Upwind-Service mit dem Boot Sinn – so kann man mit den Kids in Ruhe üben, und im Notfall ist immer jemand vor Ort.
  • Sicherheit: Gute Schwimmkenntnisse sind absolute Voraussetzung, damit die Kids mit dem Kite im Wasser zu üben beginnen können. Zum Üben am Wasser (Bodydrag und Wasserstart) haben wir anfangs Safety-Leinen (10 bzw. 20 m) mit beidseitig montierten Leashes verwendet.
  • Equipment/Kleidung: Am besten ist, wenn bei Neopren, Trapez und Co. nichts drückt oder verrutschen kann – sonst werden Kinder oft schnell launisch und unkonzentriert.
Vorbereitung auf die Action am Wasser. (c) by Fritz Kalman

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit dem Erfahrungsbericht und den Tipps von Martin Sarny: Seine beiden Söhne (9 und 11) sind dem Kiten hoffnungslos verfallen >>>

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2 Comments
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Andre
Andre
2. August 2018 15:56

Super Bericht.
Mein Sohn hat heuer mit 8 Jahren begonnen und macht gute Fortschritte.

Ich bin jetzt auf der Suche nach einem passenden Kinderboard (er wiegt gerade mal 25kg).

Gibts Tipps und Empfehlungen?

Christina Pisoni
Christina Pisoni
9. Mai 2018 9:05

Es ist immer toll, wenn man die beiden Jungs am Wasser sieht – sie wissen genau was sie tun, zeigen coole Tricks und verhalten sich rücksichtsvoll. Freu mich schon euch im Sommer wieder zu treffen!