Artikelserie: Kitesurfen mit Kindern – Tipps & Tricks – Vol. 2

Nach dem  ersten Artikel zum Thema Kitesurfen mit Kindern geht es nun weiter mit Vol. 2: Diesmal gibt’s Erfahrungsberichte von Eltern, deren Kids schon als kleine Zwerge mit dem Kiten angefangen haben und die mittlerweile am Wasser so richtig Gas geben!

Drei Väter verraten ihre wichtigsten Tipps rund ums Thema Kitesurfen mit Kindern – was müssen Eltern wissen und beachten und wie kann man seine Sprößlinge am Anfang ihrer Kitekarriere bestmöglich unterstützen?

Hier eine Übersicht der drei Erfahrungsberichte:


Kitesurfen mit Kindern

Erfahrungsbericht Nr. 1:
Nicht überfordern, sondern motivieren

Martin Reiters Tochter Stella (11) hat schon mit zarten sechs Jahren ihre ersten Kiteerfahrungen gesammelt. Martin berichtet hier über Anfänge, Stolpersteine und seine Erkenntnisse:

Da wir am Neusiedlersee wohnen und trotzdem keiner in der Familie Wassersport gemacht hat, dachte ich, das muss sich ändern. Ich dachte an Kitesurfen für Stella, aber erst einmal wollte ich es selber lernen, um die Risiken besser abschätzen zu können. Ich bin gleich nach meinem Anfängerkurs auch völlig reingekippt ins Kiten! Als Stella sechs Jahre alt war, haben wir dann gleich ein wenig mit dem 1,5-Quadratmeter-Übungskite angefangen und es mit Snowkiten versucht. In diesem Alter hat das aber maximal 15 Minuten lang funktioniert – dann wars gleich langweilig für sie. Bei Stella stand eher der Spaß an der Sache im Vordergrund, weniger der Ehrgeiz.

Die ersten Versuche mit dem Kite am Wasser. (c) Martin Reiter

Der nächste Schritt danach war Bodydraggen mit einem kleinen Trainerkite im Wasser. Allerdings war sie zu dieser Zeit noch nicht ganz bereit dafür – Körperspannung hat gefehlt, beim Üben mit dem Board ist sie nicht so richtig zum Brett gekommen, und Abflüge waren ihr noch sehr unangenehm.

Heuer war das zum ersten Mal anders! Im Winter hat Stella viel Bodenturnen gemacht, und auch beim Schifahren war sie viel risikobereiter als vorher – all das hat man beim Kiten auch gespürt. Die Körperspannung hat auf einmal gepasst, sie kam problemlos alleine ans Board und die Abflüge am Wasser waren auf einmal nicht mehr beängstigend, sondern lustig.

Nach ihren ersten 50 gefahrenen Metern hatte sich sowieso alles verändert: Früher kam auf die Frage, ob sie kiten möchte, oft “Ich weiß nicht” – seitdem sie richtig fährt, ist die Motivation wesentlich größer. Und wenn der Wind einmal nicht passt und sie nicht aufs Wasser kann, ist sie enttäuscht.

Fahren funktioniert – jetzt will Stella schnellstmöglich springen lernen. (c) Martin Reiter

Inzwischen geht sie auch bei Temperaturen von 10 – 15 Grad raus, mit einem dicken Neo mit Haube, Unterzieher und Neoprentop ist das kein Problem. Die Vor- und Nachsaison sind zum Üben gut geeignet, weil am Wasser weniger los ist. Momentan ist ihr Hauptziel, springen zu lernen, und sie ist schon fleißig am Üben.

Kitesurfen mit Kindern:
Meine Erkenntnisse & wichtigsten Tipps 

  • Eigenmotivation: Oft wird behauptet, dass die Kinder von sich aus sagen müssen “So, ich will das jetzt lernen”. Der Meinung bin ich nicht – nicht alle Kinder sind sportsüchtig, und wenn man sie vor die Wahl stellt, werden sie oft den leichteren Weg wählen (Videospiele, Fernseher etc.). Viele Kids wissen ja oft gar nicht, dass ihnen z. B. Kiten dann so viel Spaß machen wird.
    Ich denke außerdem, je früher man mit Sport anfängt, desto besser für die Entwicklung der Körperkoordination. Natürlich bringt es auch fürs Kiten etwas, wenn das Kind schon vorher verschiedenen Sportarten macht.
  • Schulung: Ein Kitekurs, bei dem mit Bootbegleitung und Funksystem geschult wird, kann für Kinder gut funktionieren (wenn man nicht in einem stehtiefen Revier ist). Der laufende Kontakt zum Lehrer gibt Vertrauen und das Kind kann laufend Feeback geben.
Bei Kindern ist am Wasser anfangs viel persönliche Betreuung notwendig. (c) Martin Reiter

  • Motivieren: Dem Kind zeigen, dass man stolz ist, wenn Fortschritte gemacht werden – auch, wenn diese nur klein sind! Das Kind nicht nur “einfach machen” lassen – ich bin auch bei Schulungen oft selbst zu meiner Tochter mit dem Kite hingefahren und habe ihr zugejubelt. Das war sie sehr stolz und es hat sie weiter motiviert.
  • Material: Wichtig ist ganz am Anfang – also beim Üben an Land – ein kleiner Kite, den das Kind im Notfall sofort auslassen kann. Beim Üben am Wasser sollte der Kite dann ein einfach zu bedienendes (und nicht veraltetes) Safety-System mit einem Quick-Release haben, dass sich simpel auslösen und wieder zusammenbauen lässt. Und je weniger der Kite zum Backstall neigt, desto besser.
    Bezüglich der Kitegrößen: Der kleinste Kite, den meine Tochter aktuell am Wasser fliegt, ist fünf Quadratmeter groß – kleiner würde keinen Sinn machen, weil das Fahren bei wenig Wind damit nicht gut funktioniert.
Kitekontrolle und Co.: Alles Übung! (c) Martin Reiter

Weiter geht’s auf Seite 2 mit dem Erfahrungsbericht von Fritz Kalman, dessen drei Kinder den Kitelifestyle der Eltern begeistert mitleben  >>>

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Christina Pisoni
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Christina Pisoni

Es ist immer toll, wenn man die beiden Jungs am Wasser sieht – sie wissen genau was sie tun, zeigen coole Tricks und verhalten sich rücksichtsvoll. Freu mich schon euch im Sommer wieder zu treffen!