Snowkiten: Warum man Eis & Schnee eine Chance geben sollte

Wenn man in einem Land lebt, in dem es nicht das ganze Jahr über  warm ist, kann es im Winter mit dem Kitesurfen schon mal schwierig werden – zumindest am Wasser. Macht aber nichts, denn es bleibt ja immer noch der Schnee!
Snowkiten ist die perfekte Alternative für alle Kitesüchtigen, die ihre Leidenschaft auch bei Eis und Schnee ausleben möchten.

Snowkite-Profi Eliska Parma hat für Kitejoy die wichtigsten Infos rund ums Kiten im Schnee zusammengefasst und gibt Tipps, wie man (nicht nur als Snowkite-Anfänger) sicher unterwegs ist, wann man es lieber sein lassen sollte, welche Tricks man wann üben kann u. v. m. Im Anschluss gibt es noch eine Übersicht der wichtigsten Snowkite-Schulen in Österreich und eine kurze Bio von Eliska selbst.

Snowkiten in Obertauern, Salzburg/Österreich

Schneetreiben zieht übers Land, und Österreichs Hügel, Felder und Berge bedecken sich mit Schnee … Des Autofahrers Leid, des Snowkiters Freud!!! Hurra, soviel Schnee wie dieses Jahr haben wir wohl schon seit ein paar Saisonen nicht mehr erlebt …
Die verstaute Kite-Ausrüstung darf nun ruhig wieder ausgepackt werden!

Die gute Nachricht: Man benötigt zum Snowkiten nicht unbedingt spezielles Equipment. Natürlich haben die sogenannten Snowkites (Foilkites) einige Vorteile in der Handhabung – und sind im alpinen Gelände fast ein Muss. Grundsätzlich kann man aber beruhigt auch Tubekites verwenden. Man sollte dabei nur bedenken, dass Crashes auf hartem Untergrund, Eis und Schnee das Material natürlich auch stärker beschädigen können als am Wasser. Und gleiches gilt für den Kiter im Schnee: Rückenprotektor und Helm sind bei diesem Sport einfach unverzichtbar!

Eliska beim Setup. Im nicht-alpinen Gelände eignen sich Tubekites gut zum Snowkiten.

Ob man mit Ski oder Snowboard kiten geht, ist Geschmackssache… Am besten greift man zu dem Untersatz, auf welchem man auf der Piste auch sicherer unterwegs ist. Skifahrer haben den Vorteil, dass sie sich einfach flexibler bewegen können, und gegebenenfalls auch manchmal Skaten können … Snowboarder bleiben, wie auf der Piste eben, auch manchmal sitzen. Wer sich fürs Snowboard entscheidet, sollte seine Bildungen auf jeden Fall im komfortablen „Duck-Stance“ montieren – da man beim Snowkiten ja in beide Richtungen fährt.

Beim Chill-The-Hill-Snowkite-Bewerb in Obertauern

So, Equipment gepackt, ab geht’s zum Spot… aber Achtung!!! Wenn man eine ausreichend mit schneebedeckte Fläche mit konstantem Wind und ohne Hindernisse (wie Bäume oder Strommasten) gefunden hat, gilt es unbedingt noch mit dem Grundstücksbesitzer abzuklären, ob man dort auch Snowkiten darf. Snowboard – und Ski-kanten sowie parkende Autos könnten auch Flurschäden verursachen. Somit gilt es die Bedingungen richtig einzuschätzen und die Natur mit Respekt zu behandeln.

Es gibt zahlreiche offizielle Snowkite-Spots und Schulen, welche später noch erwähnt werden und wo das Snowkiten erlaubt ist. In Skigebieten ist Snowkiten grundsätzlich erst einmal verboten. Skifahrer und Lifte sind Hindernisse, und Skifahrer bzw. Snowboarder haben immer Vorrang – deswegen darf man im Skigebiet nur das offiziell erlaubte Gelände zu verwenden.

Ist man sicher und erfahren genug fürs alpine Terrain, gibt es nichts Schöneres, als sich vom Kite auf Gipfel ziehen zu lassen, auf den weder ein Lift noch eine Seilbahn führt. Dafür benötigt man jedoch unbedingt weitere Sicherheitsausrüstung (Lawinenrucksack, Airbag, etc.) sowie die nötige alpine Erfahrung und Einschätzungsfähigkeit.

Chill-The-Hill-Snowkite-Bewerb in Obertauern (c) Rudi Dellinger

 Wichtige Fragen rund ums Snowkiten

Muss man zum Snowkiten Ski- oder Snowboarden können?

Nein, wie auch beim Kitesurfen kann jeder diesen Sport lernen. Natürlich bringen gewisse Vorkenntnisse bessere Balance und Sicherheit, und man kann sich damit gleich besser auf den Kite konzentrieren.


Angenommen, man ist noch blutiger Anfänger in Sachen Snowkiten. Worauf sollte man besonders achten?
  • Auf einen anfängergerechten Spot: Hindernisse in Form von Bäumen, Stromleitungen, Strommasten und befahrenen Straßen sind für Anfänger tabu.
  • Auf die Wahl einer angemessenen Kite-Größe: Da man beim Snowkiten festen Boden unter den Füssen hat, reicht meist eine etwas kleinere Kite-Größe, als man es vom Wasser gewöhnt ist. Mann muss im Schnee nicht gegen Strömungen ankämpfen und fährt leichter Höhe.
  • Auf eine konstante Wetterlage: Speziell Westwind kann in den Alpen etwas ungemütlich und böig werden.
  • Auf die Vorfahrtsregeln: Snowkiten ist mittlerweile ein beliebter Sport geworden. Um mit den anderen keinen Zoff zu bekommen, gelten die gleichen „Right-of-way“- Rules wie beim Kitesurfen.
Eliska beim Snowkiten am Berninapass in der Schweiz

Wenn man dann schon mal stabil fahren kann – mit welchen einfachen Tricks beginnt man am besten?

Erfahrene Kitesurfer werden auf dem Schnee schnell denselben Level erreichen, den sie vom Wasser gewohnt sind. Erst sollte man seine Basics versuchen, Hooked-In-Tricks und Rotationen sind genauso einfach wie auf dem Wasser. Wenn man sich dann an das neue Gewicht und den härteren Untergrund gewohnt hat, kann man auch die Unhooked-Tricks angehen … Ein Surface-Pass auf dem Schnee ist ein schnell eintrainierter Trick. Im Schnee ist auch relativ schnell ein Kicker geschaufelt. Park-Style findet im Schnee besonders guten Anklang und man kann seine Tricks auch mit Kicker-Unterstützung durchführen. Slider und Kicker machen am Schnee auch mit Kite richtig Spaß!

Wie schon erwähnt, ist die nötige Sicherheitsausrüstung beim Freestyle- Snowkiten ein MUSS!!! Helm und Rückenprotektor sind dabei das Minimum.

Beim Chill-The-Hill-Snowkite-Bewerb 2015 in Obertauern

 


Bei welchen (Wetter-)Bedingungen sollte man lieber nicht Snowkiten gehen?
  • Bei Sturm- und Gewitterwarnung: Bei stürmischen Bedingungen kann Snowkiten schnell ungemütlich werden und im Graupelgewitter enden. Es gilt unbedingt die lokalen Wetterbedingungen zu respektieren und den Kite zu landen, bevor das Graupelgewitter einzieht.
  • Bei starkem Wind im alpinen Gelände: Oft bringt Westwind im alpinen Gelände sehr starke Böen mit sich. Unbedingt rechtzeitig den Kite landen – Snowkites (Foilkites) sind dabei wesentlich freundlicher in der Handhabung, und lassen sich auch beim stärksten Wind alleine landen.
  • Bei schlechter Sicht: Schneetreiben und Nebel bringen ein höheres Unfall- und Verletzungsrisiko mit sich, da man sich dann nicht mehr optimal auf den Untergrund oder Hindernisse konzentrieren kann. Ebenso verliert man in dem vielen Weiß auch leicht die Orientierung.
  • Bei Lawinengefahr: Ohne Worte. Egal welchen Outdoor-Sport man im Winter ausübt. Man muss die gegebenen Bedingungen professionell einschätzen können, um nicht sich sowie andere zu gefährden.
  • Bei Eis: Snowkiten auf zugefrorenen Seen ist sehr beliebt, und mit ausreichend Schnee bedeckt auch ein perfekter Freestyle-Spot. Dennoch gilt es die Eisbeschaffenheit vorab abzuschätzen und sich darüber zu informieren. An einigen Seen gibt es Stellen, an denen das Eis einfach zu dünn ist.
Beim Chill-The-Hill 2015 in Obertauern (c) sportimage.at

Was ist der beste Snowkite-Spot, den du bis jetzt gesehen hast?

In meinen Augen ist der Berninapass in der Schweiz das Snowkite-Paradies schlechthin. Perfektes alpines Gelände und ein kleiner zugefrorener See bieten großartige Flächen zum Freeriden, Hangsegeln und Freestylen. Die dort tätige Snowkite-Schule Bigdayz.com, ist der ideale Guide für diese Region – für Anfänger genauso wie für fortgeschrittene Snowkiter.

Snowkiten am Berninapass in der Schweiz

Auch der in der Nähe gelegene Reschenpass ist ein absoluter Hotspot für Snowkiter und bietet bei No-Wind auch ein tolles Ski-Gebiet.

http://bigdayz.com/kite-snowkiten-de.html

Snowkite-Schulen in Österreich:

http://www.snowkitekurse.at
http://www.snowkite-achensee.com
http://www.kiteschule-skywalker.de/loferer-alm.html
http://www.hangon-kiteboarding.com


Und hier gibt es alle wichtigen Infos zu Eliska Parma:

Bio:

Als begeisterte Kitesurferin, aber auch Stundentin, musste ich in den ersten Jahren den Winter noch in Österreich verweilen… Snowkiten war damals die beste Alternative, um meinen Level auch im Winter zu steigern. Österreich bietet einfach perfekte Bedingungen, um den Sport das ganze Jahr auszuüben. Manche Tricks lernt man am Schnee sogar leichter. Vorallem der Kite-Relaunch ist am Schnee wesentlich einfacher, und man kann seine Tricks so lange üben bis sie sitzen.

Vom Kite-Sport so begeistert, habe ich nach dem Studium auch einige Jahre Kitesurfen und Snowkiten unterrichtet, um mir meine Reisen in fernere, windsichere Destinationen zu finanzieren. Nach unzähligen Flugstunden, einigen unvergesslichen Reiseabenteuern und Kulturschocks ging ich auch bei mehreren Kite-Races auf dem Schnee sowie auf dem Wasser an den Start. Mit zunehmenden Alter, und nach einigen Knieverletzungen bin ich nach wie vor vom Kite-Fieber gepackt, und widme ich mich nun eher dem schönen Wetter und dem Freeriden 😉

Eliska beim Setup im Schnee

Ridersprofile & Competition Results:

http://www.jn-kites.com/rider/eliska-parma

Competition Results:

1st Race, International Snowkite Open, Reschensee, Italy 2015
1st Kitetracker Speed-Contest, International Snowkite Open, Reschensee, Italy 2015
1st Long Distance Race, International Snowkite Open, Reschensee, Italy 2015
1st Race, Ozone Snowkitemasters, Switzerland 2015
1st Race, Swiss Snowkitetour, Stop Silvaplana, Switzerland 2015
5th overall PKRA Slalom 2014
6th PKRA Slalom, Fuerteventura, Spain 2014
6th PKRA Slalom, Podersdorf, Austria 2014
1st Freestyle, Bernina Challenge, Bernina Pass, Switzerland 2014
1st Race, Swiss Snowkitetour, Stop Silvaplana, Switzerland 2014
1st Race, Open Italian Snowkite- Championships, Class Europe, Reschensee, Italy 2014
1st Race, Austrian Championships, Podersdorf, Austria 2013
2nd Race, International Snowkite Championship, Reschensee, Italy 2013
1st Race, Swiss Snowkitetour, Stop Silvaplana, Switzerland 2012

Eliska bei der Silvaplana-Snowkitetour in der Schweiz

 

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