Wie Kitesurfen mein Leben verändert hat.

Nichts ist mehr wie früher …

… manchmal folgt darauf noch: Früher war alles besser. Habt ihr bestimmt auch schon hin und wieder gehört, oder?
Für mich kann ich das ganz und gar nicht bestätigen. Ich spreche von meinem Leben

anjawind
Wind checken: für eine Kitesüchtige eine Standardbeschäftigung.

vor dem Kitesurfen und von jetzt. Das kann man nämlich keineswegs mehr vergleichen. So viel hat sich seit meinem ersten Mal am Kite hängen verändert – mehr, als ich mir jemals gedacht hätte. Und ich übertreibe nicht!
Vielleicht ist das nicht bei jedem so, oder beim einen mehr, beim anderen etwas weniger. Bei mir auf jeden Fall mehr – und das betrifft auch nicht nur eine Ebene, sondern verschiedene: persönlich, organisatorisch, beziehungs- jobtechnisch usw. Klingt unglaubwürdig? Ist aber so!

Ein neues Leben durch Kitesurfen? Ja.
Wie Kitesurfen mein Leben verändert hat, könnt ihr hier nachlesen:

  • Ich bin gelassener geworden, rege mich weniger auf. Zumindest in der Zeit, wenn es genug Wind gibt und ich oft aufs Wasser komme.
  • Ich fühle mich jünger – mit jedem Jahr. Keine Ahnung, warum – vielleicht, weil ich fitter anja_beaniebin, mehr in der Natur – egal. Auf jeden Fall find ich’s verdammt gut.
  • Mein Fernweh ist stärker geworden. Viel stärker. Das ist nicht immer einfach – wenn man in einem Land lebt, wo es weit und breit kein Meer gibt.
  • Ich bin flexibler geworden – da man beim Reisen mit dem Bus irgendwo im Nirgendwo oft Überraschungen erlebt (und nicht immer nur angenehme!), muss man improvisieren oder einfach mal sagen: „Ok, das ist jetzt sch…, aber es ist nun mal so.“ Das wirkt sich auch aufs Alltagsleben aus.
  • Ich bin viel mehr auf der Welt herumgekommen, habe Länder und so viele neue Menschen kennengelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.
  • Meine Beziehung ist durchs Kiten auf jeden Fall gestärkt worden. (Ich kann mir kaum mehr vorstellen, wie es wäre, wenn mein Mann und ich nicht beide kitesüchtig wären … uff, das wär dann kompliziert. Schon allein urlaubstechnisch!). Einen ausführlichen Artikel zum Thema Kiten und Beziehungen gibt’s übrigens hier.
  • Manche Freundschaften sind durch die Änderung meines Lebensstils, den das Kitesurfen mit sich gebracht hat, in die Brüche gegangen oder eingeschlafen. Der Grund: Es war wohl von beiden Seiten nicht mehr genug Verständnis für den anderen da. Ein Beispiel:f16 Früher war ich nächtelang in Bars unterwegs und habe viel Zeit mit Feiern verbracht. Jetzt verbringe ich viel Zeit mit dem Warten auf den Wind und bin mit meinem Mann gemeinsam eigentlich immer unterwegs. Termine auszumachen, speziell an Wochenenden, ist schwierig, Weil, wenn Wind ist, dann könnte ich auf keiner Feier mehr ruhig sitzen … das ist zugegebenermaßen äußerst unsozial, aber ich kann nichts dagegen tun. Die Gier nach Wind und Wasser ist größer! Oder Beispiel Nummer zwei: Es ist kein Gesprächsstoff mehr da. Ist auch irgendwie verständlich – wer, der nicht selbst kitet, kann verstehen, dass man stundenlang ohne Pause darüber philosophieren kann?
  • Ich habe ein besseres Körpergefühl bekommen und habe immer einen neuen Trick als Ziel. Früher war es mir nicht so wichtig, dass ich rechtzeitig zum Frühling bzw. Sommer fit bin – jetzt trainiere ich im Winter, damit ich dann am Wasser gleich voll loslegen kann.
  • Ich gehe freiwillig bei miesem Wetter raus – Kälte, Regen, egal! Hauptsache, der Wind passt. Und selbst wenn der nicht passt – dann hab ich es wenigstens probiert. Hätte mir
    DSC_2041
    Wie Kitesurfen mein Leben verändert hat? Sehr …

    jemand vor ein paar Jahren prophezeit, dass ich freiwillig in zehn Grad kaltes Wasser gehe, und das bei 12 Grad Außentemperatur und 20 Knoten, dann hätte ich ihn nur ausgelacht.

  • In einem 9-to-5-Job zu arbeiten, könnte ich mir nicht mehr vorstellen. Darum bin ich mehr als froh und dankbar darüber, dass ich relativ frei und manchmal auch ortsunabhängig arbeiten kann. Das ermöglich viele (spontane) Kitetage.
  • Ich verbringe oft einen großen Teil des Tages mit dem Checken von Windfinder oder anderer Forecast-Seiten (meistens bleibe ich dann bei der Forecast hängen, die mir am besten zusagt :))
  • Ich habe das Label Haubinger gegründet. Begonnen hat alles mit einer Kitebeanie, die ich mir selber häkeln wollte. Mittlerweile ist etwas mehr draus geworden.image
  • Außerdem haben mein Liebster und ich durchs Kiten das süßeste Wesen ever kennengelernt – und das wohnt jetzt bei uns und ist, sofern möglich, immer mit dabei! Lustigerweise mag Monkey (obwohl er ein Jahr seines Lebens am Kitestrand verbracht hat) keinen Wind, kein Wasser und keine Hitze. Am liebsten wartet er während unserer Sessions im Bus und breitet sich dort genüsslich aus.

Also für mich ist eins klar: Nicht alles, was sich seit meinem Kite-Start geändert hat, ist durchgehend positiv – siehe Freundschaften etc.
Trotzdem: Jetzt ist alles besser als früher, ich kann mir ein Leben ohne Kite und Wind und Wasser nicht mehr vorstellen. Kurz gesagt: Kiten hat mein Leben besser gemacht!

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Wie Kitesurfen mein Leben verändert hat."

Kommentar verfassen

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
trackback

[…] Wie sehr Kitesurfen mein Leben verändert hat, könnt ihr auch hier […]

wpDiscuz