Artikel-Serie: Nervige Kiter-Charaktere Vol. 1 – Der Miesmacher

In den letzten Monaten habe ich etwas Recherche betrieben. Ich habe mit ziemlich vielen Kitern geredet, um herauszufinden, welche Faktoren ihnen am ehesten den Spaß am Kiten verderben. Klar gibt es da negative Vorfälle wie kaputtes Material oder Unfälle … aber solche Dinge sollen nicht Thema dieses Artikels werden – denn das Interessante ist, dass die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe, bei ihren Hauptärgernissen keine solch „extremen“ Faktoren erwähnt haben! In 99 Prozent der Fälle wird das Verhalten anderer Kiter als nervigster Aspekt genannt. Deshalb habe ich mich zu dieser Serie entschlossen und dazu, sie „nervige Kiter-Charaktere“ zu nennen.

Nervige Kiter-Charaktere Vol. 1

Man könnte annehmen, dass man als Kitesurfer am meisten genervt ist von Leuten, die selber nicht kiten und deshalb seltsame Fragen stellen oder einen als komplett freakigen Windsüchtigen sehen (womit sie vermutlich recht haben ). Aber nein, offensichtlich ist es nicht so. Zumindest nicht nur! Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es hauptsächlich andere Exemplare aus der selben Sportart sind, die einen Kiter in den Wahnsinn treiben können!

WICHTIG: Bitte diesen und die folgenden Artikel mit einem Augenzwinkern und einer ordentlichen Prise Humor betrachten. Warum? Weil es mir nicht darum geht, hier über andere abzustänkern. Vielmehr sollte man auch sein eigenes Verhalten reflektieren, weil ich mir sicher bin, dass jeder von uns seine ganz speziellen Eigenheiten hat, die anderen hin und wieder auf den Senkel gehen können. Sicherlich sogar! Und da ich annehme, dass niemand ein nerviger Zeitgenosse sein möchte, kann es nie schaden, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich beizeiten auch einmal selber an der Nase zu nehmen. Warum sollte man Kiten nicht als Chance hernehmen, sich in Sachen Sozialverhalten persönlich weiterzuentwickeln?

Nicht alle Kiter sind so unkompliziert wie es Hunde meist sind … (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Wie auch immer – ob man sich nun in der Täter- oder Opferrolle wiederfindet – ich hoffe, jeder Leser kann sich aus dieser Artikelserie etwas mitnehmen, und wenn es nur ein Schmunzeln ist. Die beste Strategie, mit Ärgernissen umzugehen, ist ohnehin, über den Dingen zu stehen und sich durch das Verhalten anderer nicht beeinflussen zu lassen – was aber nicht für jeden so einfach ist.

Ok, dann kommen wir jetzt zur Sache mit Vol. 1 der Serie: Im Folgenden geht es um die nervigsten Angewohnheiten – von Kitern für Kiter.
P. S. Dem Lesefluss zuliebe wird hier nicht gegendert – die Formulierungen sind aber alle geschlechtsneutral gemeint.


Nervige Kiter-Charaktere Vol. 1

DER MIESMACHER

Wer kennt diese Kiter, die einfach immer irgendein Problem haben, egal, wie geil ein Kitetag war?  Entweder der Wind hat nicht gepasst … oder ihre Tricks haben nicht funktioniert … oder ihr Kite, Board oder irgendein anderes x-beliebiges Teil ihres Equipments hat nicht zu den Bedingungen gepasst … oder es war irgendetwas (nichts tragisches) Gesundheitliches … irgendwas ist immer. Und eines ist ergo offensichtlich: Alle anderen Kiter haben es besser und leichter als diese arme Person, die beim Kiten immerzu nur leiden muss. An den meisten Kitestränden gibt es mindestens einen Miesmacher.

Bitte nicht falsch verstehen: Selbstverständlich haben wir alle unsere schlechten Tage und es hilft natürlich immens, mit anderen über Probleme zu reden. Das ist ganz normal. Aber wenn man die ganze Sache mal aufs Wesentliche herunterbricht, geht es hier um Kitesurfen – und nicht um Leben und Tod! Zum Glück sind sich die meisten dessen eh bewusst.

Wenn ich von Miesmachern spreche, dann rede ich nicht von Jammern mit Maß und Ziel. Ich spreche von Kitern, die über das spezielle Talent verfügen, sich IMMER so zu verhalten und die Experten darin sind, anderen den Spaß an der Sache gleich mit zu verderben. (Und meistens sind das Leute, die dieses Talent nicht nur beim Kitesurfen haben).

Ruhig bleiben und relaxen … vermutlich die beste Strategie, wenn man sich über das Verhalten anderer ärgert. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Das Dilemma: Es is völlig natürlich, dass man Menschen, die über etwas klagen, helfen und mit gutem Rat zur Seite stehen möchte. Bei Miesmachern verschlimmert man die Situation dadurch leider meist nur. Sie fragen aber auch oft tausend Leute um Rat, weil sie danach gieren, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Steigt man darauf ein, hat das Elend aber kein Ende mehr, es geht weiter und weiter, denn Miesmacher finden immer irgendein Argument dagegen – egal, was man ihnen sagt (mitunter, weil sie es sowieso besser wissen).

Gibt beispielsweise jemand einen guten Tipp für einen Trick, ist so jemand alles andere als dankbar – im Gegenteil, er wird erklären, warum das Problem mit diesem Trick sicher nicht an ihm liegt, sondern an seinem Kite … oder am Wind … oder an den anderen, oder woran auch immer. Für den der helfen will, kann das super frustrierend sein, und völlig sinnlos ist es noch dazu.

Das Schlimmste ist, dass solche Kiter nicht einmal merken, dass sie andere mit ihrem Gejammer mit runterziehen – aber das tun sie, und wie! Ich kenne einge Leute, inklusive mir, die leider kein Schutzschild gegen solche negativen Vibes haben und die sich nach dem Kontakt mit Miesmachern selber mies fühlen. Manchmal frage ich mich, ob Spaßverderber sich selbst besser fühlen, wenn die Laune aller anderen auch im Keller ist? Und wenn sie ihre Probleme zu denen anderer gemacht haben?

Diskussionen, Diskussionen … (c) Helmut Fuchs/Kitejoy

Was tun, wenn man beim Kiten an einen Miesmacher gerät?

  • Ommmmmm … tief einatmen und am besten weggehen, ohne sich dazu hinreißen zu lassen, einen guten Rat zu geben. Es hilft auch, wenn man sich vorstellt, einen imaginären Schutzschild um sich herum zu bauen, der Negatives abschirmt.
  • Wenn man es übersehen hat und schon in den reißerischen Klauen eines Miesmachers gefangen ist, bestätigt man ihm am besten lautstark, wie bemitleidenswert seine Situation ist. Im besten Fall bekommt er dadurch einen Denkanstoß.
  • Wenn es sich um einen guten Freund handelt, dann ist die cleverste und fairste Strategie vermutlich, ihm klarzumachen, wie seine Art rüberkommt. Sofern es sich um eine Person handelt, die bereit ist, das eigene Verhalten zu reflektieren, kann das alles ändern.
  • In jedem Fall sollte man stets versuchen, sich mit Leuten zu umgeben, die Positives ausstrahlen und einem Energie geben (nicht nur, wenn es ums Kitesurfen geht).
Nichts ist besser als ein friedvoller Kitetag ohne ärgerliche Situationen … 😉 (c) Kitejoy

Wer hat schon Erfahrungen mit Kite-Miesmachern gemacht? Schreibt mir eure Erlebnisse gerne in die Kommentare – oder auch per Mail (contact@kitejoy.net) für einen eventuellen Folgebeitrag.

>> Weiter geht es mit Vol. 2 der Serie rund um nervige Kiter-Charaktere – in diesem Fall selbsternannte Materialexperten 😉

>> Noch mehr Infos rund ums Sozialverhalten beim Kitesurfen gibt es in diesem Artikel!

 

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