Pimp your sessions: Tipps für mehr Spaß beim Kitesurfen

Warum Kiter ihren Sport lieben? Ganz einfach: Weil Kitesurfen Spaß macht! Trotzdem – all jene, die schon länger dabei sind, haben sie vermutlich schon erlebt …  diese Tage, an denen man nicht mit einem Grinsen aus dem Wasser kommt. Kitesessions, die man eher als, naja, bescheiden bezeichnen würde. Weil die Bedingungen ätzend sind, man sich langweilt und keine Ideen für neue Moves hat. Oder aber auch, weil man keine Fortschritte mehr macht, schon seit gefühlten Ewigkeiten an einem Trick festhält, der einfach nicht gelingen will – und man deswegen schon richtig angefressen ist.

Aber keine Sorge – das ist ganz normal. Ich habe schon jede Menge solcher Sessions, Tage bzw. Phasen erlebt und kenne das auch von kitenden Freunden und Bekannten. Hin und wieder ist es nun mal so. Deshalb habe ich im Laufe der Zeit so einige Tipps und Tricks gesammelt, die – warum auch immer er am Boden ist – den Kite-Spaßlevel schnell wieder nach oben bringen können.

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Pimp your kitesessions:
Mehr Spaß beim Kitesurfen

Raus aus dem Teufelskreis!

Am Anfang einer Kitekarriere ist noch jede geschaffte Transition ein kleiner Gipfelsieg. Aber ab einer bestimmten Könnensstufe finden sich plötzlich viele in einer Patt-Situation wieder: Dann ist Kiten auf einmal nichts Aufregendes mehr, es zieht einen nicht mehr wie früher aufs Wasser. Ok, man kann abwarten und Tee trinken, bis die Lust aufs Kiten von selbst zurückkommt. Am Ende liegt an einem selbst, aus diesem Teufelskreis auszubrechen! Was du tun kannst, wenn du drinsteckst: Anderen Kitern zusehen, sich von Kitevideos inspirieren lassen oder in Büchern wie dem Kiteboarding Tricktionary schmökern. Sich einen oder zwei Tricks herauspicken, die man gerne können würde – und dann loslegen! Keine Ausreden, einfach machen. Der eine oder andere Crash (mit dem ein oder anderen Aua) wird sich dabei nicht vermeiden lassen. Wie sagt man so schön: No pain, no gain. No guts, no glory. It’s part of the game. 

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Mehr Spaß beim Kitesurfen: Wer sich an neue Tricks wagt, muss manchmal viel einstecken.


Aber:
 Wenn du – wie ich – zu den super-ehrgeizigen Typen zählst, kann das Üben von neuen Tricks auch zum zweischneidigen Schwert werden.  Warum? Weil nichts mehr funktioniert, wenn man sich zu sehr unter Druck setzt.
Ich habe immer mehrere Tricks im Kopf, die ich unbedingt können will und an denen ich gerade übe. Gleichzeitig.
IMG_7228Deshalb enden meine Sessions oft in einem Desaster – an dem ich selbst schuld bin. Ich starte mit einem bestimmten Manöver, dann ist mir aber der Wind zu stark/böig oder das Wasser zu choppy dafür … also mache ich mit dem nächsten Trick weiter. Lande ich diesen,  bin ich hochmotiviert und versuche sofort, es besser zu machen: Höher, mit mehr Pop, schneller … Was auch immer, jedenfalls hab ich dann das Messer zwischen den Zähnen und es muss dann unbedingt funktionieren! Nach einigen heftigen Stürzen bin ich schließlich super-frustriert und außerdem total erschöpft. Also, was mache ich? Ich gehe über zum nächsten Trick.

Kein Wunder, dass ich schließlich ohne Grinsen aus dem Wasser komme, mir alles wehtut und mir vorkommt, ich hätte überhaupt keine Fortschritte gemacht. Fakt ist: Meine Strategie geht vorne und hinten nicht auf.

Dieser kleine Kite-Seelenstrip führt mich zum nächsten Punkt – der sich an jene richtet, die wie ich ich oft zu verbissen sind:

Relax … einfach mal loslassen (oder grabben)

Frage: Wenn du kein Prorider bist, der Competitions bestreitet – ganz ehrlich, was zwingt sich dann dazu, einen bestimmten Trick unbedingt landen zu müssen? Antwort: Nichts. Den Druck machst du dir selbst. Bitte nicht falsch verstehen – Ehrgeiz etwas Positives, aber zuviel davon kann schnell aufs Gemüt schlagen. Ich weiß, wovon ich spreche. Kommt man mit einem bestimmten Trick nicht weiter und fühlt sich alles an wie festgefahren, sollte man versuchen, loszulassen. Wenigstens für eine gewisse Zeit! Und sich stattdessen bewusst darauf konzentrieren, was beim Kiten wirklich wichtig ist: Die Freiheit genießen, die Schönheit der Natur, das Gefühl, übers Wasser zu gleiten, das Einssein mit den Elementen … Ommm … 

Ok, für all jene, die es einfach nicht lassen können und auf ihren Progress nicht verzichten können: Warum nicht auf die Tricks konzentrieren, die man schon beherrscht und sie noch stylischer einüben? Verschiedene Grabs, kombiniert mit Tweaks (ein Bein gestreckt, das andere angezogen) sind technisch nicht allzu herausfordernd – verpassen aber jedem Move eine Extra-Portion Style. Zu ungelenkig für Grabs? Dann kann Yoga helfen (siehe hier bei den No-Wind-Activities).

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Mehr Spaß beim Kitesurfen : Grabs machen Tricks noch stylischer. Yoga sorgt für mehr Gelenkigkeit 🙂

Es ist egal, was die anderen denken (könnten)

Du hast Hemmungen, weil viele erstklassige Kiter am Spot sind und deine Könnensstufe viiiel niedriger ist? Egal. Immer daran denken: Man geht nicht für die anderen aufs Wasser, sondern für sich selbst, rein zum eigenen Vergnügen – und nur das zählt. Ob du Handlepasses machst oder nicht, interessiert niemanden. Außerdem hat auch jeder Prorider einmal bei Null angefangen und sämtliche Lernphasen durchgemacht. Viel sinnvoller als sich zu schämen ist es doch, seine Perspektive zu ändern – und sich von den Moves und Styles der Könner inspirieren zu lassen!

Weiters sollte man sich bewusst machen, dass auch die Pros von Zeit zu Zeit Tage haben, an denen kitetechnisch alles schief läuft. Mehr darüber gibt es hier im Interview mit North-Teamriderin Julia Castro nachzulesen.


Materialwechsel

Wenn’s mit dem Twintip fad wird, muss man nicht gleich alles hinschmeißen. Manchmal hilft es schon, eine andere Variante des Kitesurfens auszuprobieren: Also warum nicht einmal zum Surfboard oder Hydrofoil greifen oder sich Boots aufs Board montieren?  Bei den meisten Kitestationen kann man sich solches Material ausborgen, oder sonst bei Freunden bzw. Bekannten. Vor allem strapless und mit dem Foilboard fühlt sich Kiten an wie ein neuer Sport. Süchtigwerden nicht ausgeschlossen! Also vielleicht wird’s dann bald Zeit, sich neues Spielzeug zuzulegen – der beste Motivator überhaupt.

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Mehr Spaß beim Kitesurfen: Strapless ist lustig und fühlt sich an wie ein ganz anderer Sport.

Sessions mit Freunden

Mit den besten Kitebuddies Zeit am Wasser zu verbringen ist doch das Schönste überhaupt! Blödsinn machen, unsinnige Tricks ausprobieren, die Crashes der anderen bewerten … aber auch, sich gegenseitig helfen und zu neuen Tricks motivieren – was auch immer ihr macht, eine Session mit Freunden bringt in jedem Fall gute Laune. Für Abwechslung sorgt auch, wenn ihr mal euer Kite-Equipment untereinander austauscht. Es ist spannend zu spüren, wie sich “fremdes” Material anfühlt – und je mehr unterschiedliche Kites und Boards man gefahren ist, desto mehr wertvolle Erfahrung sammelt man. 

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Mehr Spaß beim Kitesurfen: Ein Materialtausch sorgt für Abwechslung.

Groovy, baby!

Manche sagen: Auf keinen Fall! – aber seit ich es das erste Mal versucht habe, liebe ich es, mit Musik zu kiten. Nicht immer, aber von Zeit zu Zeit. Mit dem wasserfesten mp3-Player und der Lieblings-Playlist aufs Wasser zu gehen pusht mich total (und das in einer  positiven Art und Weise!). Manchmal fühlt es sich dann an, als würde ich gerade meinen eigenen kleinen Kitefilm drehen. Und ja, hin und wieder singe ich auch während einer Session – einfach, weil es Spaß macht.
Es kann zwar sein, dass man sich mit Musik schwerer konzentrieren kann – für mich ist das nicht der Fall, aber jeder ist anders. Einfach ausprobieren! Aber Achtung: Vor allem an überlaufenen Spots kann es gefährlich sein, nicht zu hören, was rundherum abgeht. Wenn viel los ist, gehe ich deshalb lieber ohne Musik raus.


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Mehr Spaß beim Kitesurfen: Auch mal bei rauhen Bedingungen rausgehen!

Neue Bedingungen ausprobieren

Wer normalerweise nur bei Schönwetter und warmen Temperaturen kiten geht, kann seine Kite-Routine ganz einfach durchbrechen: Nämlich, indem er – sofern die Möglichkeit besteht – sich auch mal bei richtig miesen Bedingungen aufs Wasser wagt. Rein in den dicksten Neopren- oder Trockenanzug und los geht’s! Kiten bei richtig rauhen Wetterverhältnissen (aber bitte nicht bei Gewittern!) ist eine ganz neue Erfahrung, bei der man die Natur von einer anderen Seite kennenlernt – manchmal erlebt man ein richtiges Abenteuer.
Klar kann man vielleicht nicht dieselben Moves machen wie bei Laborbedingungen. Dafür ist das Gefühl nach einer solchen Session unbeschreiblich, man fühlt sich wie ein Sieger. Und man lernt gute Bedingungen wieder richtig zu schätzen!


 

Und ihr? Wie pimpt ihr eure Kitesessions? Ich bin gespannt und neugierig auf eure Strategien!

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