Kitespot Watamu, Kenia

Im vergangenen Winter haben wir entschieden, der Kälte zu entfliehen und einen neuen Kitespot zu erkunden: Watamu in Kenia. Ohne Übertreibung – dieser Spot ist einfach der Wahnsinn! Nicht nur, dass es dort perfekte Kitebedingungen gibt. Auch das Rundherum, die Landschaft und die Kultur sind definitiv (mindestens) eine Reise wert.

Es war zwar nicht unser erster Afrika-Trip, da wir davor schon öfters in Ägypten – El Gouna, Safaga und Hamata – zum Kiten gewesen waren. Aber ehrlich gesagt: Kenia ist einfach komplett anders. Nämlich so anders, dass es sich anfühlt, als würde man in eine komplett neue, fremde, exotische Welt eintauchen. Mehr dazu gibt’s im folgenden Spot-Review!

Aussicht auf den Kitespot in Watamu. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Kitespot Watamu:
Wo liegt das genau?

Watamu ist ein ursprüngliches Fischerdorf rund 100 Kilometer nordöstlich von Mombasa gelegen. Der Ort ist noch wenig touristisch, bietet aber trotzdem alles, was man braucht. Weiter nördlich befindet sich Malindi, eine der ältesten kenianischen Fischersiedlungen. Vom Flughafen in Mombasa nach Watamu braucht man mit dem Auto in etwa 2,5 Stunden. Es gibt auch einen Flughafen in Malindi, der etwa 20 Minuten entfernt ist. Zahlreiche Airlines fliegen Mombasa von Europa aus an (meist mit einem Zwischenstopp in Istanbul), z. B. Turkish Airlines oder Ethiopean Airways.

So viel Platz am Wasser! (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Kitespot Watamu: 
Wind & Wetter

Ok, starten wir mit dem, was für uns Kiter an erster Stelle steht: Die Wind- und Wetterbedingungen! Und da bietet Watamu – mit zwei Unterbrechungen – fast das ganze Jahr über perfekte Bedingungen, ob im Sommer oder Winter. Es gibt zwei Saisonen für die Passatwinde: Von Dezember bis April bläst der Kaskazi, ein warmer Wind aus nordöstlicher Richtung, der rund 20 Knoten erreicht. Üblicherweise startet er um 11 Uhr vormittags und bleibt dann bis zum Abend.
Die Kuzi-Saison dauert von Juni bis September, und dieser Wind, der aus Südosten kommt, ist um einiges stärker – er erreicht bis zu 30 Knoten. In dieser Windperiode gibt es oft auch gute Swells und damit (laut Locals) epische Surfbedingungen.

Ob mit dem Twintip oder Surfboard – in Watamu hat jeder Spaß. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Am Spot in Watamu findet man immer side- or side-onshore-Bedingungen vor, sowohl bei Kuzi als auch bei Kaskazi.

Was man wissen sollte: In der Zeit von März bis Mai und November bis Dezember gibt es zwei Regenperioden, die keine guten Kitebedingungen bieten.

Kiten in Watamu: Ein kurzer Neoprenanzug ist das ganze Jahr über warm genug. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Kitespot Watamu:
Die Details

Turtle Bay (auch Garoda Bay genannt) ist die riesige Bucht (rund sieben Kilometer Länge), die die Kitespots von Watamu beherbergt. Die Meeresregion ist als Mariner Park geschützt, da dort jede Menge Meeresschildkröten brüten.

Bei der Ankunft am Spot war ich jeden Tag aufs Neue beeindruckt – weil einfach alles paradiesisch aussieht: Strahlend weißer Sand und türkisblaues Wasser, soweit das Auge reicht. Und dazu noch der „Whale Rock“ im Hintergrund (der so genannt wird, weil er wie ein riesiger Wal aussieht). Schon fast kitschiges Postkarten-Niveau!

Die Kite-Lagune ist durch ein Riff geschützt, das ca. 500 Meter vom Ufer entfernt liegt. Abhängig von den Gezeiten hat man also perfektes Flachwasser oder etwas Chop. Innerhalb der Lagune gibt es noch ein paar Sandbänke, durch die zusätzliche butterflache Freestyle-Spielplätze entstehen. Das seichte Wasser bietet außerdem perfekte Bedingungen für Anfänger (und Kitlehrer, die stundenlang im Wasser stehen). Wenn die Flut kommt, kann man meist problemlos übers Riff ins tiefere Wasser fahren. Der Strand bietet mehr als genug Platz für sicheres Starten und Landen.

Wir waren an der Station von Watamu Kiteboarding direkt im Garoda Resort. Zusätzlich gibt es noch eine weitere Station beim Medina Palms Resort namens Tribe Watersports.

Kristallklares, seichtes Wasser und jede Menge Platz: Perfekte Bedingungen für Anfänger und Kitelehrer. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Zusätzlich gibt es rund um Watamu noch weitere Spots wie Mida Creek (perfektes Flachwasser!), wo man an Low- oder No-Wind-Tagen auch eine SUP- oder Kayak-Tour durch den Mangrovenwald unternehmen kann.
Wer auf der Suche nach guten Wellen ist, sollte den Spot in  Malindi checken. Bei Ebbe sollen die Wellen dort laut Locals bis zu drei Meter hoch werden.

Hier ein paar mehr Eindrücke zum Kitespot in Watamu:



Kitespot Watamu:
Welche Bekleidung soll man mitnehmen?

Wirklich kalt wird es in Watamu nie. Die Wassertemperaturen bleiben das ganze Jahr über warm und erreichen bis zu 30 Grad. Einen langen Neoprenanzug braucht man also nicht! Die Lufttemperatur steigt tagsüber bis auf über 35 Grad an, nachts bleibt es während der Kaskazi-Saison auch sehr warm – während der Kuzi-Periode kühlt es hingegen ab, lange Hosen und ein Hoodie o. ä. im Gepäck kann dann definitiv nicht schaden.

Was vor Ort wirklich wichtig ist, vor allem fürs Kiten/Schwimmen/SUP oder was auch immer: Unbedingt den höchstmöglichen Sonnenschutz-Faktor verwenden! Die Nähe zum Äquator ist merklich spürbar. Ich bin echt ziemlich unempfindlich, was die Sonne angeht – aber trotz 50er-Faktor hat es mich gleich am ersten Kitetag ordentlich erwischt. Am besten, man trägt eine dicke Schicht Sonnenschutz auf und cremt/sprüht regelmäßig nach.

Wenn man lange am Wasser ist, empfehlen sich lange Ärmel. Eine Surfleggings für Mädels schützt ebenso und sieht noch dazu gut aus.
Zink fürs Gesicht (wer nicht wie ein Geist aussehen möchte, kann bunte Zinkpaste verwenden) macht in jedem Fall Sinn, weil die Sonne dadurch von besonders gefährdeten Bereiche wie Stirn und Nase abgeblockt wird. Hier gibt’s noch mehr Info rund um Haut- und Haarpflege für Kitesurfer!

Eine Extraportion Zinkpaste im Gesicht kann an äquatornahen Kitespots definitiv nicht schaden. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Und ja, auch ein gutes Moskito-Abwehrmittel wird für die Region empfohlen. Obwohl ich sagen muss, dass wir während unseres Aufenthalts kaum fliegendes Getier zu Gesicht bekommen haben. Zugegeben habe ich mein Moskitospray vor Ort genau zweimal verwendet und dann darauf vergessen – Unterschied habe ich dadurch keinen bemerkt. In Summe habe ich in 2,5 Wochen exakt zwei Stiche abbekommen.

Kitespot Watamu:
Welche Unterkünfte gibt es?

Wir waren im Rahmen eines Kite Camps mit einer Gruppe an Leuten in Kenia, es war also alles von Grund auf perfekt organisiert (sehr ungewohnt für eigentliche Anti-Pauschalurlauber wie uns :D). Gewohnt haben wir in einer Anlage namens The Kite Houses – und ich schwöre, das war einfach der Hammer! Alles – die Häuser, Zimmer und die Umgebung mit den Gärten – war so wunderschön, geräumig, idyllisch und paradiesisch. Außerdem war es ein perfekter Platz zum Runterkommen nach dem Kiten, wo man einfach in Ruhe entspannen und herumhängen konnte. Wir hatten dort auch Frühstück sowie Abendessen dabei, das von einem privaten Koch zubereitet wurde.

Ein weiteres Plus der Location: Der Fußweg zum Spot bzw. zur  Watamu Kiteboarding-Station beträgt nur fünf Minuten. Entlang des Strandes gibt es einige Hotelanlagen wie das Garoda Resort, Medina Palms Resort oder das Ocean Sports Resort.

Ein paar Worte zur Internetverbindung: Die WLAN-spots sind nicht die Schnellsten, auch in den Hotels nicht – es ist ok, wenn man nur seine Mails, Facebook oder Insta checken möchte. Wenn man aber richtig arbeiten bzw. up- oder downloaden möchte, ist man schnell am Limit. Für mich war das wirklich herausfordernd, weil ich grundsätzlich immer von unterwegs aus arbeite, Artikel veröffentliche und dafür jede Menge Bilder uploaden muss.
Wenn man einen Zeitpunkt erwischt, zu dem nur wenige Leute das Netz nutzen, hat man Glück. Ansonsten muss man sich eben in Geduld üben (was ja hin und wieder auch nicht schadet).

Hier gibt’s einen kleinen Einblick in den Lifestyle der Kite Houses:


Kitespot Watamu:
Was kann man sonst noch machen?

Ich weiß, Tage ohne Wind sind für Kitesüchtige immer eine Herausforderung … aber however, wenn man Pech hat muss man eben das Beste darauf machen! Und keine Sorge, es gibt rund um Watamu viel zu unternehmen. Was den Spot auch interessant macht für z. B. nicht-kitende Partner!

Hochsee-Angeln, Tauchen, Schnorcheln, SUP- und Kayak-Touren, Ausflüge in de Arabuko Sokoke Forest oder zum Watamu Turtle Watch, eine Sundowner-Bootstour am Mida Creek oder eine Safari zum nur wenige Stunden entfernten Tsavo East National Park – langweilig wird es einem in Watamu nicht. Auch besuchenswert: Die belebte Küstenstadt Malindi mit vielen Shopping-Möglichkeiten und Restaurants. Durch den starken italienischen Einfluß findet man dort u. a. jede Menge Pizzerias und Gelaterias.

Wer eine Safari oder einen Ausflug machen möchte, erkundigt sich am besten bei seiner Unterkunft.

Ein paar Pics von unserer Safari gibt es hier:


Wer sich ein wenig in der Gegend umschauen und z. B. einen anderen Kitespot ausprobieren oder zum Supermarkt fahren möchte, kann sich jederzeit eines der Tuk-Tuks nehmen, die an jeder Ecke stehen. Die Fahrer bringen schnell überall hin und die Preise sind super fair. Wer will, kann es auch mit einem Motorrad-Taxi probieren – aber ehrlich gesagt ist es gar nicht so einfach, sich dabei sicher zu fühlen (ohne Helm etc.).

Kitespot Watamu:
Essen und trinken

Wie schon oben erwähnt, hatten wir bei unserer Unterkunft (The Kite Houses) einen privaten Koch, der jeden Tag ein herrliches Frühstück und Abendessen zubereitet hat – inklusive frische Früchte wie Mango und Papaya (die dort einfach komplett anders schmecken als die aus dem Supermarkt in Europa), viel Gemüse sowie Fisch und Huhn aus der Region.

Aber auch vom Essen auswärts wurden wir nicht enttäuscht! Nicht nur in Malindi, auch in Watamu spürt man sehr stark den Einfluß der italienischen Kultur. Pizza und andere mediterrane Gerichte gibt es so gut wie überall, vor allem in den Restaurants der Hotelanlagen. Und aufgrund der zahlreichen italienischen Urlauber muss auch der Kaffee dort (fast) wie in Italien schmecken – zum Glück! Alles, was ich an italienischen Gerichten gegessen habe, war nicht nur top, sondern im Vergleich zu europäischen Preisen auch sehr günstig (Beispiel: ein Salat mit einer riesigen Ladung roher Thunfisch um rund 5 Euro).
Ein Spot, den man unbedingt besuchen sollte, ist das Strand-Restaurant des Kobe Suite Resort Dort gibt es einerseits echt gutes Essen, andererseits traumhaften Meerblick … perfekt für ein romantisches Dinner am Abend!

Für jene, die selber kochen oder sich Snacks kaufen möchten, gibt es einen gut ausgestatteten Supermarkt im Zentrum von Watamu. Dort bekommt man auch frisches Obst und Gemüse. Und, da Watamu eine Fischersiedlung ist, bekommt man natürlich auch frischen Fisch und Meeresfrüchte für wenig Geld.

Regionaler Gemüsemarkt. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Und das Nachtleben? Viel kann ich darüber nicht sagen, denn wir haben nur einen Nightlife-Spot besucht: Das Comeback in Watamu. Ein halb In-, halb Outdoor-Club mit authentischer, exotischer Deko, guten und günstigen Drinks und Essen sowie angenehmer Musik – sofern man mit Reggae und Dancehall kein Problem hat.  Angeblich soll auch der Kalahari club sehr gutes Essen haben – wir waren aber selbst nicht dort.

Die Währung in Kenia ist KSH (Kenianische Schilling), 1 Euro entspricht umgerechnet ungefähr 121 KSH. Es gibt ein paar Bankomaten im Ort, Geld wechseln kann man aber auch im Casino in Watamu.

Einer der local Shops in Watamu. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Kitespot Watamu:
What else?

Alles in allem ist die Region um Watamu einfach ein beeindruckendes Plätzchen Erde. Ich bin froh, diesen Ort und die Landschaften rundherum gesehen und einen (wenn auch kleinen) Einblick in die Kultur bekommen zu haben.

Vor Ort ist alles – bis auf die Hotelanlagen – sehr authentisch und ursprünglich. Man sieht Leute neben der Straße sitzen und arbeiten, man sieht das pulsierende Leben in den Dörfern. Wellblechhütten, die unterschiedliche Shops beherbergen und traditionelle Lehmhütten ohne Fenster, die als Häuser fungieren. Zu sehen, wie die Locals leben und wie ihr Alltag abläuft, ist interessant, macht aber auch demütig. Je mehr man sich von den „touristischen“ Arealen entfernt, desto deutlicher wird die Armut. Die Leute besitzen nicht viel, wirken aber glücklich, lachen viel und sind unglaublich freundlich – so mein Eindruck.

Hier geht’s zum Video von unserem Watamu-Kitetrip: Video – Kitesurfing in Watamu

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Artikel brauchbare Infos zu diesem wundervollen Kitespot liefern.

Natürlich könnt ihr mich für mehr Details gerne über contact@kitejoy.net anschreiben.  

Watamu pleasures. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

 

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