Kitespot Kroatien-Nin

Kitesurfen in Nin/Sabunike, Zdrijak Beach

Kroatien ist ein faszinierendes Land, es gibt wunderschöne Inseln, Städte und Orte, Unmengen herrliche Strände und grandioses Essen. Auch ordentlich Wind gibt’s – nicht

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Auch Hunde lieben Nin!

umsonst gilt Kroatien seit jeher als Top-Segelrevier. Trotz guter Windbedingungen findet man in Kroatien aber eines nicht: viele Kitespots. Aber die, die es gibt, sind cool. Einen davon möchte ich hier vorstellen: Nin-Sabunike.

Das ehemalige Fischerdörfchen Nin – übrigens die älteste Stadt Kroatiens – liegt etwa 15 Kilometer nördlich der Stadt Zadar an der Adria. Ein bezaubernder, wenig touristischer, sehenswerter kleiner Ort mit zahlreichen Unterkünften und einem Campingplatz direkt am Spot. Der Kitespot selbst hat etwas, das man in Kroatien eher selten findet und das Material und Füße schont: Sandstrand! Ein riesengroßes Plus, ebenso wie die Lage – in der Bucht von Nin, direkt an den Ort angeschlossen, nur ein Katzensprung in den Ortskern. Aber noch etwas Besonderes finden Kitejunkies an diesem Spot – nämlich die Möglichkeit, einerseits in der Lagune, andererseits am freien Meer zu kiten. Grund dafür ist eine sandige Landzunge namens „Zrdijak Beach“, die mehrere Hundert Meter weit ins Wasser reicht, wodurch sich vor den Mauern der Stadt eine Lagune – Ninska Laguna genannt – gebildet hat.

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Kitespot Kroatien-Nin

Die Lagune ist seicht, bis auf die Fahrrinne reicht das Wasser meist nur zum Knöchel oder zu den Knien. Am Ufer sollte man deshalb echt aufpassen – ich selbst bin schon mehrmals mit meinen Finnen im Sand hängengeblieben, und diese Abgänge sind dann nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich.
Hier sieht man, wie tief das Wasser in Ufernähe ist (unfreiwilliger Abgang):

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Trotzdem, zum Freestylen oder auch zum Üben für Anfänger ist die Lagune super. Falls der Wind einmal den Geist aufgibt, kann man von überall aus ans Ufer zurückgehen, also alles safe. Natürlich ist der weiche, schlammige Untergrund weniger g’schmackig. Wer das nicht mag, ist mit Schuhen gut beraten 😉

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Ein weiteres Plus der Lagune ist aber, dass sie bei allen Windrichtungen befahrbar ist. Bei südlichen Winden ruckelt’s aber schon mal ordentlich im Kite – da ist der Wind zwar onshore, aber die Abdeckung durch die Stadt macht den Wind ziemlich böig. Bei nördlichen Windrichtungen hingegen funktioniert die Lagune super. Der Wind ist zwar offshore, aber durch die Stehtiefe kann nicht viel passieren (solange der Wind nicht richtig stark wird). Man kitet dann mit Blick auf die Stadt – das hat schon was!

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Nun zur Meerseite. Es gibt hier einen Stehbereich, der ist aber eher klein – geschätzt 50 Meter lang, dahinter kommt ein Riff, auf das man aufpassen sollte, und danach wird das Wasser tief. Wind aus Süd läuft hier offshore, ist also nicht anfängertauglich bzw. auch für Experten mit Vorsicht zu genießen (obwohl weniger böig als in der Lagune). Nördliche Winde kommen onshore/sideon rein, östliche ziemlich sideshore. Beides ist gut kitebar. Das Wasser ist im Vergleich zur Lagune ziemlich choppy, dafür aber auch herrlich türkis und klar. Bei stärkerem Wind gibt’s sogar größere Wellen – angeblich bis zu eineinhalb Meter hoch. Ich selbst habe den Spot bei südlichen und nördlichen Winden erlebt und bin ganz klar ein Fan der Nordrichtung 😉
Hier ein Blick auf die Meerseite (so glatt ist das Wasser nur ohne Wind – und man sieht in etwa, wieviel Stehbereich zur Verfügung steht):

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Zu den Winden: In Kroatien gibt es drei Hauptwinde. Die Bora (auch: Bura) kommt aus Nordost/Ost – ein kalter Wind aus dem Inneren des Landes, der über mehrere Tage weht, außerdem auch böig – und vor allem sehr stark! – werden kann. Im Sommer, kombiniert mit Sonnenschein, bietet die Bora echt geile Kitebedingungen. Im Frühling und Herbst kann’s damit kalt und ungemütlich werden. Wer kitesüchtig ist, dem wird das aber wahrscheinlich eh egal sein 😉
Der Mistral ist der Haupt-Sommerwind mit nordwestlicher Richtung  (beste Windrichtung für den Spot). Generell ist er weniger stark als die Bora und auch weniger böig. Außerdem soll es im Sommer noch thermischen Wind aus derselben Richtung geben – allerdings nur für sehr große Drachen.
Dann wäre da noch noch der Wind aus dem Süden – dieser zieht von Afrika herauf und bringt schön warme Luft mit. Prinzipiell ist dieser Wind, auch „Jugo“ genannt, relativ konstant. In der Ninska Laguna stört ihn aber leider die Abdeckung durch die Stadt.

Kitespot Kroatien-Nin
The beach

Der Strand ist durch den feinen Sand super angenehm und auch richtig sauber. Platz fürs Material gibt es genug – zumindest im Frühling und Herbst.

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Ich selbst kenne Nin nur vom Frühjahr – so früh, dass noch nicht einmal der Campingplatz offen hatte. Genauer gesagt war es die letzte März-/erste Aprilwoche. Allerdings hatten wir dadurch einen Busstellplatz direkt am Wasser mit  Mega-Ausblick. Also viel besser geht’s echt nicht!

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Im Frühjahr ist also allgemein wenig bis gar nichts los, im Herbst ebenso. Aber auch im Sommer ist Kiten erlaubt und das Aufbauen am Strand trotz der Badegäste angeblich kein Problem. Mehr Infos dazu bekommt man sicher bei der Kiteschule vor Ort. Die hatte allerdings Anfang April noch nicht offen. Was im Frühjahr (und bestimmt auch im Herbst) in jedem Fall zu empfehlen ist: ein langer, nicht zu dünner Neo. Damit man am Kopf nicht auskühlt, nimmt man sich am besten eine Surfbeanie mit – diese hier kann ich wärmstens empfehlen. Weil: mehr Wärme = länger am Wasser. Ganz einfach.

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Kitespot Kroatien-Nin: Hier gibt’s jede Menge Platz und feinen Sand.

Und sonst?

Nin ist, wie schon erwähnt, ein kleines Städtchen. Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel, ein paar Restaurants (Achtung: In Kroatien ist in sehr vielen Restis und Kaffeehäusern Hundeverbot) und Cafés gibt es, aber viel mehr nicht. Spaziergänge in und rund um die Stadt sind aber sehr nett, man kann zum Beispiel an der Stadtmauer entlang des Wassers gehen, direkt an der Lagune. So etwas wie Nightlife wird man in Nin jedoch vergeblich suchen. Ich denke, das Bild unten sagt alles 😉 Die Atmosphäre ist total nett, aber Ramba Zamba ist nicht. Da muss man sich schon ins Auto setzen und nach Zadar fahren. Zadar ist eine richtig coole Stadt, eine Studentenstadt eben. Man kann dort super einkaufen, es gibt stylische Cafés und tolle Bars. Empfehlenswert! Auch dort gibt es einen Kitespot namens Zadar Kolovar. Diesen haben wir allerdings noch nicht getestet.
Neben einem Ausflug nach Zadar kann man natürlich noch weitere Dinge unternehmen: Zum Beispiel Klettern oder Wandern in der unweit gelegenen Paklenica-Schlucht oder sich etwas Kultur einverleiben – zum Beispiel in Nin selbst, das kulturell und geschichtlich einiges zu bieten hat – siehe hier.

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Kurz zusammengefasst für den Kitespot Kroatien-Nin:

Anfängertauglich: ja
Wasser: flach/Welle
Fahrbare Windrichtungen: alle
Campingplatz: ja
Nightlife: nein

So, das war’s vorerst mit Nin. Ich freu mich schon total auf das nächste Mal kiten dort. Hoffentlich sehr, sehr bald!
Wenn jemand noch Fragen zum Spot hat, nur zu. Sofern ich sie beantworten kann, tu ich das gerne 🙂

Aloha, Anja

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2 Kommentare auf "Kitespot Kroatien-Nin"

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Marius
Gast

Hey Anja,

ein Freund und ich sind zurzeit am überlegen, ob wir im September nach Nin zum kitten fahren. Ich habe vor wenigen Wochen meinen Kitekurs erfolgreich beendet und mir auch schon eigenes Material zugelegt. Die Frage ist, ob ich auch an diesem Spot im September Spaß haben kann oder ob es eventuell bessere Möglichkeiten gibt?

Würde mich freuen, wenn du mir Tipps gibst!

Vielen lieben Dank!

LG Marius

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