Haut- und Haarpflege beim Kitesurfen – Tipps & Tricks

Sommer, Sonne, Kiten – die perfekte Happy-Kombination! Leider nicht für Haut und Haare, denn diese werden durch UV-Strahlung, Wasser und Salz ganz schön strapaziert. Sprich, sie benötigen mehr Aufmerksamkeit und Extra-Pflege. Das Haarthema ist klarerweise eher Frauensache. Um UV-Schutz für die Haut kommt aber niemand herum! Nachdem ich mittlerweile schon öfters einige Wochen nacheinander in der sommerlichen Hitze beim Kiten verbracht habe, hatte ich genügend Zeit, herumzuprobieren, mir Tipps bei anderen Kitern und – in Sachen Haare – von Kitemädels zu holen und so und meine persönliche Top-Pflege- und Style-Kombi für Haut und Haar zu finden. Und voilá, hier ist sie!

Haut- und Haarpflege beim Kitesurfen – meine Routine

Ohne Sonnenschutz geht beim Kiten gar nix – das sollte jedem klar sein. Ich würde nie mehr etwas Niedrigeres als Faktor 50 bzw. 50+ verwenden, möglichst super-wasserfest. Ich neige kaum dazu, Sonnenbrand zu bekommen und hatte früher auch selten welchen – nach einigen längeren Kitesessions, bei denen ich dachte, dass Faktor 30 es locker auch tut, wurde ich eines Besseren belehrt. Allein die Reflexion durch das Wasser sollte man niemals unterschätzen.  Selbst an bedeckten Tagen dringt ein Teil der UV-Strahlung durch die Wolken – deshalb sollte es in puncto Eincremen keine Ausreden geben! Wer will schon seine Session abbrechen müssen, weil er sich mit zu niedrigem Schutzfaktor eingeschmiert hat?

Wenn es einen wirklich einmal erwischt hat oder man viele Stunden am Wasser verbringen möchte, sind Surfleggings für Mädels eine geniale Sache. Nicht nur, dass sie gut aussehen, sie halten auch die Sonne von den Beinen fern.

Nach einer Kitesession sollte man sich nicht nur um sein Equipment kümmern – auch Sonnenschutz nachlegen gehört dazu. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Wichtig ist auch, nach jeder Session ordentlich nachzucremen – auch dann, wenn man ein super-wasserfestes Mittel verwendet hat. Dabei nicht mit dem Sonnenschutz sparen (ca. 35 ml für den ganzen Körper!) und auch oft stiefmütterlich behandelte Stellen wie Kniekehlen, Füße, Hände und Ohren nicht vergessen. Als Basisprodukt fürs Gesicht nehme ich ein fettfreies Gel oder Fluid wie dieses hier, da ich von fettigen Cremes in der Hitze Pickel bekomme und am Wasser immer das Gefühl habe, dass mir das ölige Zeug in die Augen rinnt und brennt.

Aber Achtung: Auch durch Nachcremen lässt sich die Gesamt-Schutzdauer eines Sonnenschutzes nicht verlängern – sondern nur aufrechterhalten! Wer mehrere Stunden am Wasser ist, sollte sich zwischen den Kitesessions in den Schatten begeben, um keinen Sonnenstich zu riskieren.
Am Strand sollte man auch möglichst immer ein Cap und eine Sonnenbrille tragen. Natürlich ist mir klar, dass die Augen auch am Wasser schädlicher UV-Strahlung ausgesetzt sind und man sie am besten mit einer Brille schützt! Ich fahre ohne, weil ich mich damit leider nicht wohl fühle und das Gefühl habe, zu wenig zu sehen.

Während der Kite-Pausen Zeit im Schatten verbringen, damit sich der Körper von der Sonne erholen kann. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Wer besonders sonnenempfindlich ist oder lieber nicht so viel Farbe bekommen möchte, kommt wohl um Zinkcreme nicht herum. Zink ist ein physischer Sonnenblocker, d. h. es lässt keine UV-Strahlen durch. Es gibt zwar auch Cremes mit geringem Zinkanteil, die noch etwas transparenter sind, aber eine richtige Zinkcreme ist weiß – und das auch auf der Haut. Sieht nicht unbedingt sexy aus, aber immer noch besser, als wegen zu viel Sonne auf eine weitere Session zu verzichten!

Vor allem Stirn, Nase, Wangen und Lippen sind klassische „Sonnenterrassen“ und bekommen besonders viel Sonne ab. Ich bin in Sachen Sonne nicht ultra-empfindlich, verwende  für Nase und Wangen aber gerne färbige Zinkcreme als Sunblocker (sieht auch auf Fotos lustig aus ;)).

Zinkpaste in schrillen Farben schützt besonders empfindliche Hautpartien wie Nase und Wangen. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Haut- und Haarpflege beim Kitesurfen – so bleiben (lange) Haare länger schön

Wenn man viel kitet und die Haare nicht ultra-kurz trägt, muss seine Federn ordentlich pflegen – vor allem, wenn man oft im Salzwasser unterwegs ist. Ein wirklich effektiver Tipp, noch bevor es los geht mit einem Kitetrip: Spitzen schneiden – vor allem, wenn man lange Haare hat! Wenn die Spitzen schon splissig sind, werden sie im Wasser noch stärker aufgeweicht und bieten Salz und Sonne noch mehr Angriffsfläche.

Am Strand und im Wasser schwöre ich auf reines Kokosöl. UV-Schutz-Spray verwende ich persönlich keinen, weshalb ich im Sommer auch immer ultimativ weißblond werde. Schaden würde es mir aber definitiv nicht – ganz im Gegenteil!

Offene Haare sehen auf Fotos zwar genial aus – unbedingt praktisch sind sie beim Kiten aber nicht. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Wichtig: So verlockend es ist, nach dem Kiten im Meer das Salzwasser in den Haaren trocknen zu lassen (Beach Waves sehen ja auch super aus) – wem seine Haare heilig sind, der sollte es lieber sein lassen. Ich spreche da leider aus Erfahrung. Also am besten das Salz ordentlich mit Süßwasser rausspülen und die Haare dann durchkämmen – davor entweder mit Conditioner (der Umwelt zuliebe bitte Naturprodukte ohne starke Chemie, vor allem, wenn man danach nochmals ins Wasser geht) oder – mein Lieblingsprodukt – mit kaltgepresstem, nativem Kokos- oder Olivenöl pflegen.

Zum Kämmen verwende ich am liebsten den Tangle Teezer. Es gibt aber auch viele, die damit gar nicht zurechtkommen und stattdessen auf einen Kamm mit breiten, stumpfen Zacken setzen. Einfach ausprobieren! Shampoo verwende ich im Sommer übrigens möglichst wenig und auch nicht jeden Tag, weil meine Kopfhaut darauf etwas empfindlich reagiert. An manchen Tagen bekommen die Haare also nur frisches Wasser und die Pflege danach.

Auch bei regelmäßiger Pflege werden die Haare durch Sonne und Salzwasser ganz schön strapaziert. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Trotz all der Pflege sind meine Haare nach einem Kite-Sommer meistens ziemlich strapaziert. Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal eine Olaplex-Strukturaufbau-Behandlung ausprobiert und war sofort begeistert! Danach waren meine Haare wie neu, und der Effekt hielt einige Monate an. Ich habe von Haus aus fisselige Spitzen – selbst, wenn ich keinen Spliss habe – und diese waren durch die Anwendung komplett verschwunden. Alles in allem fühlen sich meine Haare dadurch viel kräftiger an und glänzen viel mehr, selbst, wenn ich einmal keinen Conditioner verwende. Man kann den Strukturaufbau auch gleich in einem mit der Farbe machen lassen – superpraktisch!
Mit Olaplex (zweimal jährlich) und laufender Pflege mit Kokosöl sowie Avocado-Haarmasken kann ich meine Haare nun beruhigt wachsen lassen.

Tipp: Bio-Kokosöl verwende ich auch gerne als Gesichtspflege und und After-Sun-Creme für den Körper. Es soll übrigens auch bei Sonnenbrand helfen – da es kühlend wirkt, als als natürlicher Radikalfänger gilt und die Zellen mit wichtigen Nährstoffen versorgt.


Haut- und Haarpflege beim Kitesurfen – der perfekte Hairstyle

Und die optimale Kite-Frisur? Klar sehen offene Haare top  aus – aber gerade bei viel Wind kann es ganz schön nerven, wenn man die Haare permanent aus dem Gesicht wischen muss. Wichtig: Egal, für welche Kite-Frisur man sich entscheidet – wer in der Sonne kitet und einen Scheitel trägt, sollte auch dort Sonnenschutz draufsprühen!

Lange Haare beim Kiten zu einem Zopf flechten – so weht einem nichts ins Gesicht und die Haare werden geschont. (c) Girlzactive

Sehr viele Surferinnen schwören auf Zöpfe, da die Haare dabei am besten geschont werden – bei einem Pferdeschwanz brechen die Haare durch die Belastung des Haargummis an dieser Stelle leicht ab.
Obwohl nicht ideal (eben wegen der festgezurrten Haargummis), muss ich zugeben, dass meine aktuelle Lieblings-Kitefrisur ein „Double Bun“ ist 😉 Damit die Haare durch die Haargummis nicht zu stark strapaziert werden, verwende ich nur solche ohne Metall- oder Plastikteil und zurre die Buns nicht zu fest zu. Und ich trage die Frisur nur selten – meistens gibt es die schonenderen Zöpfe. Wenn ich bei kühleren Temperaturen unterwegs bin, lasse ich meine Haare gerne offen und trage eine neoprengefütterte Surfbeanie.

Wie sieht eure Routine für Haut- und Haarpflege beim Kitesurfen aus? Ich bin gespannt auf Input und weitere Tipps!

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2 Kommentare auf "Haut- und Haarpflege beim Kitesurfen – Tipps & Tricks"

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Nicole
Gast

Vielen Dank für deinen Tipp mit dem fettfreien Fluit für das Gesicht. Ich suche schon länger einen Sonnenschutz, der nicht in den Augen brennt. Habe ich mir gleich bestellt und werde es nächste Woche beim Kiten in Ägypten ausprobieren :-).
Liebe Grüße
Nicole

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