Frauen und Kitesurfen: Darum haben wir angefangen!

Wenn man mit anderen Kitern spricht und es aufs Thema kitende Mädels kommt, hält sich ein Gerücht ziemlich hartnäckig: Nämlich, dass der Großteil der Frauen nur mit dem Kiten begonnen hat, weil ihr Freund oder Mann es auch macht. Klar, was sonst?

Ehrlich gesagt: Auch ich war lange dieser Meinung, da ich viele Frauen kenne, die erst durch ihren Partner mit diesem Sport in Kontakt gekommen sind (und bei mir selbst war es nicht viel anders, wie man z. B. im Artikel über Kitesurfen & Beziehung nachlesen kann).
Nicht, dass das etwas Negatives wäre – wieso auch? Warum man mit dem Kiten anfängt, ist doch völlig egal – Hauptsache, man hat Spaß daran und tut es für sich selbst, nicht für jemand anderen!

Wie auch immer: Automatisch in eine Schublade gesteckt werden will trotzdem niemand. (Immerhin haben wir Frauen es schwer genug – an jedem Spot ist man in der Unterzahl und muss sich beweisen.) Deshalb wollte ich herausfinden, was an diesem Gerücht wirklich dran ist!
Ich habe eine Umfrage zum Thema erstellt und zusätzlich noch einige Kitemädels gebeten, mir ihre persönliche Story zu erzählen – wie genau sie zum Kitesurfen gekommen sind und warum.

(c) Helmut Fuchs/kitejoy

Frauen und Kitesurfen: Die Umfrage

Um nicht nur Antworten aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis zu erhalten, habe ich eine Umfrage auf Facebook und dort in diversen Gruppen gestartet und zusätzlich noch einige Kitemädels befragt. In Summe konnte ich so insgesamt 90 Teilnehmer zusammenbekommen.

Die Umfrage (im Original auf Englisch, deshalb hier auch nicht übersetzt) bestand aus folgenden Fragen (pro Teilnehmer eine Antwort möglich):

What was your main reason to start kitesurfing?

  • My boyfriend/husband is a kitesurfer or was it at that time.
  • My friends did it and so I decided to give it a try.
  • I live next to a kitespot and so it was obvious.
  • I saw other girls/pro riders doing it on holiday/in videos/in magazines.
  • I was always into board sports like snowboarding, skateboarding, wakeboarding …

Und hier sind die Ergebnisse:

 

Sooo, und was sagen uns diese Ergebnisse? Dass ein kitender Partner eben nicht immer die treibende Kraft ist, die Frauen zu diesem Sport bringt.

Die meisten der befragten Frauen (33 %) haben also schon vorher Boardsportarten betrieben und sind dadurch zum Kiten gekommen. 27 Prozent haben durch ihren Partner angefangen, das sind aber genau so viele wie diejenigen, die Kiten im Urlaub bzw. in Videos oder Magazinen gesehen haben und das als Grund angegeben haben.
Durch Freunde sind nur 10 Prozent der Umfrageteilnehmer zum Kitesurfen motiviert worden, und nur bei drei Prozent war es der Fall, dass die Wohnnähe zu einem Kitespot der Hauptgrund war, mit dem Sport anzufangen bzw. es zu probieren.

(c) Stergos Stergakis

Damit haben wir es nun also schwarz auf weiß: Es braucht bei Weitem nicht immer einen Mann, um eine Frau zum Kitesurfen zu bringen! Das Klischee stimmt zwar oft, aber eben nicht immer.

Aber, wie bereits oben gesagt: Es ist grundsätzlich sowieso schnurzpiepegal, WARUM man mit dem Kiten anfängt. Hauptsache, man tut es. Ich denke, diejenigen, die erst durch ihren Partner dazu gekommen sind – so wie ich – sind ihm großteils sehr dankbar, denn vielleicht wären sie ohne ihn nie in den Genuss dieses Sports gekommen, der für die meisten zu einem ganzen Lifestyle wird.
(Hier gibt’s mehr zum Thema Kitesurfen und den süchtigmachenden >> SURF LIFESTYLE)

Bei vielen sind es natürlich auch mehrere Gründe bzw. Auslöser, die schlussendlich die Entscheidung fürs Kitesurfen mit beeinflussen! Um nicht nur über Zahlen zu reden, habe ich mit ein paar weibliche Fahrerinnen gefragt, wie ihre ersten Kontakte mit dem Sport ausgesehen haben:

Frauen und Kitesurfen – persönliche Stories

Georgina Monti, Profi-Kiterin aus England, lebt in Cabarete, Dominikanische Republik
(c) Georgina Monti

Reiten, Wakeboarden und Surfen waren schon immer meine Leidenschaften … bei all diesen Sportarten, die mir so viel Spaß machten, hatte ich gar nie daran gedacht, zusätzlich auch noch mit dem Kiten anzufangen. Mein Freund Richard hat mir irgendwann schließlich angeboten, mich zu unterrichten.
Ich habe wirklich jemand anderen gebraucht, der mir etwas Neues zeigt – denn anfangs war ich ehrlich gesagt noch ziemlich stur, denn alles, was ich tun wollte, war Wellenreiten! Gut, dass ich die Chance zum Kiten ergriffen habe.

www.georginamonti.com

www.instagram.com/georgina_monti

(c) WKL, Georgina Monti


Issy van Zastrow, Profi-Kiterin aus Kenya, reist von Spot zu Spot um die ganze Welt
(c) Issy von Zastrow

Ich habe Kitesurfen im Urlaub in Zanzibar, Tanzania entdeckt. Schon vom Strand aus konnte ich erkennen, wieviel Spaß die Leute am Wasser beim Kiten haben. Als mir klar wurde, wieviele endlose Möglichkeiten man dabei hat wie zufrieden bzw. ausgeglichen man durchs Kiten wird, wusste ich, dass ich ausprobieren muss. Eine  Chance, im Freien und in der Sonne im Ozean aktiv zu sein und Dinge zu entdecken  – und zwar wann und wo ich wollte.
Für mich war es Kiten der erste Kontakt mit Boardsportarten – damit hat eine Leidenschaft begonnen, die nun mein Leben und meine Zukunft ist.

www.facebook.com/vonzastrow

www.instagram.com/isabelvonzastrow

(c) Issy von Zastrow

 


Jen Mar, Kiterin, Unternehmerin & Kitebrand-Ambassador, lebt in Südkalifornien
(c) Jen Mar

Kitesurfen habe ich zum ersten Mal auf Maui, Hawaii gesehen, wo ich damals noch zum Surfen war. Dann habe ich den Sport weiter beobachtet und war beeindruckt, wie sehr er sich Jahr für Jahr weiterentwickelte und wie die Kiter das Limit immer stärker nach oben pushten.
Nachdem ich mich von einer Knie-OP erholt hatte, beschloss ich, es selbst zu versuchen. Seitdem liebe ich es mit dem Kite auf meinem Spielplatz, dem Ozean, unterwegs zu sein, mich selbst herauszufordern, aus meiner Komfortzone rauszukommen und auch mal Risiken einzugehen.
Man weiß, dass sich das auszahlt, wenn man dann quasi als Belohnung einen neuen Trick landet und Fortschritte macht – was sich natürlich unglaublich gut anfühlt. Kitesurfen ist nicht nur ein Sport, es ist ein Lifestyle, man trifft dabei coole Leute von hier und da, bereist die ganze Welt und hat jede Menge Spaß mit Freunden und der Kite-Community!

www.instagram.com/mzjenymar

(c) Jen Mar

 


Nina Wessely, Kiterin, Redakteurin und Weinmeisterin, hat Kiten 2015 für sich entdeckt
(c) Helmut Fuchs/kitejoy

Ich konnte noch nie einfach nur faul am Strand herumliegen und nichts tun … auf Rhodos in Griechenland habe ich dann zum ersten Mal die Kiter direkt vom Strand aus gesehen. Ich dachte mir, das sieht viel zu sehr nach Spaß aus, als es nicht zu probieren – diese Gelegenheit hat sich dann bald darauf ergeben!
Das Gefühl von Freiheit auf dem Brett war schließlich genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sonne und Strand, das Zusammenspiel von Wasser und Wind, Natur und Bewegung in einem – das ist doch einfach die perfekte Kombi.

www.instagram.com/ninawessely

(c) Helmut Fuchs/kitejoy

 


Elena Mitrengova, Kiterin, Freeride-Ski-Profi, wohnt in Innsbruck, unterrichtet im Sommer Kitesurfen an diversen Spots weltweit
(c) Elena Mitrengova

Ich habe Kiten zum ersten Mal in einem Urlaub vor vielen Jahren gehsehen. Damals war der Sport noch ziemlich neu und es gab demnach nicht viele Leute, die es machten … trotzdem, für mich war es Liebe auf den errsten Blick! Ich wusste sofort, dass ich das eines Tages auch einmal lernen möchte. Kiten sah einfach nach Spaß und Freiheit aus … und als ich es dann probiert habe, hat sich herausgestellt, dass ich mich nicht getäuscht hatte.
Seitdem ist Kitesurfen ein fester Bestandteil meines Lebens, und ich freue mich jedes Mal aufs Neue darauf!

www.instagram.com/elena_mitrengova

(c) Elena Mitrengova

 


Persida Roata, Kiterin seit 2,5 Jahren, Online-Marketer, lebt in Bukarest/Rumänien
(c) Persida Roata

Bis ich 30 wurde, habe ich nie Sport gemacht. Mit 29 hatte ich eine Knie-OP und das war ein Tiefpunkt für mich … ich war depressiv, nichts hat mehr funktioniert.
Ein paar Monate nach der OP fuhr ich ans Meer und habe dort Leute kiten gesehen. Das hat bei mir eingeschlagen wie der Blitz … ich habe mich noch  nie so schnell und hoffnungslos in einen Typen verliebt wie ins Kitesurfen! Zu dieser Zeit hinkte ich aber immer noch, und so war keine Rede davon, in diesem Sommer noch mit dem Kiten anzufangen. Ich wartete ein ganzes Jahr … und saß dabei wie auf Nadeln!
Dann hatte ich mich endlich von meiner Operation erholt, trainierte und im Sommer darauf konnte ich mit dem Kitesurfen loslegen. Von diesem Moment an ging alles nur noch steil bergauf!

www.instagram.com/persidaroata

(c) Persida Roata

 


Wer noch mehr inspirierende Stories über seine Kite-Laufbahn bzw. zum Thema Frauen und Kitesurfen hat, kann mich gerne unter contact@kitejoy.at anschreiben oder die Kommentarfunktion hier nutzen!

Wer nicht sicher ist, ob er mit dem Kitesurfen anfangen soll oder nicht, findet vermutlich in diesem Artikel eine Antwort >> WARUM KITESURFEN?

Wer wissen will, wie sehr Kiten mein Leben verändert hat, kann dies hier nachlesen >> NICHTS IST MEHR WIE FRÜHER

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