Artikel-Serie: Nervige Kiter-Charaktere Vol. 3 – der Ignorant

Nach den Miesmachern und den selbsternannten Materialexperten steht im dritten Teil der Artikelserie „nervige Kiter-Charaktere“ nun ein weiteres – ziemlich unsoziales – Exemplar im Rampenlicht: Der Ignorant. Woran man solche Kiter erkennt und wie man am besten mit ihnen umgeht, wird im Folgenden verraten.


Nervige Kiter-Charaktere Vol. 3

DER IGNORANT

Es gibt viele Situationen, in denen es schlichtweg egal ist, wenn man  von ignoranten Personen umgeben ist. Aber an einem Kitestrand oder während einer Session am Wasser ist das anders! Man muss sich jedoch leider immer wieder wundern, wie vielen Kitern am Spot bzw. am Wasser alles egal zu sein scheint.

Leute, die sich einen Dreck um nichts scheren und anscheinend noch nie etwas von guter Kinderstube gehört haben, trifft man  immer wieder, ganz egal, wo auf der Welt …

Hier ein Klassiker dazu: Ein Kitesurfer kommt von seiner Session retour,  möchte seinen Kite landen – und dann gibt es diese Leute am Strand (Kiter, nicht Passanten!), die einfach überhaupt nicht darauf reagieren. Nicht, dass sie nix gesehen hätten – nur verhalten sie sich schlichtweg so, als würde es sie nichts angehen, dass da jemand anders Landehilfe braucht.
In den meisten Fällen findet sich an einem gutgefüllten Kitespot zwar meist eh jemand, der seine Hilfe anbietet – oder es sind Freunde mit dabei, die einen im Auge behalten.

Manchmal kann man von Glück sprechen, wenn man nicht ewig lang auf Landehilfe warten muss. (c) kitejoy

Aber was ist eigentlich mit Community? Sollte es für unter Kitern nicht selbstverständlich sein, aufmerksam und hilfsbereit zu sein – auch, wenn man denjenigen, der Start- oder Landehilfe benötigt, vielleicht nicht persönlich kennt?

Dasselbe gilt für Situationen, in denen ein Kiter ein offensichtliches Problem am Wasser hat – ein kaputter Kite, ein verlorenes Board, das schon sehr weit entfernt ist, was auch immer.
Natürlich sind wir nicht für alle anderen verantwortlich – aber fällt einem ein Zacken aus der Krone, wenn man in einer Situation zumindest genauer hinsieht und kurz fragt, ob alles in Ordnung ist? Nö, sicher nicht. Auch wenn man z. B. keine Ahnung hat, wie man jemandem das Board am Wasser wiederbringt – darum geht es gar nicht – es geht vielmehr darum, Interesse zu zeigen und nicht mit Scheuklappen zu kiten.

Helping hand: Gegenseitige Unterstützung macht das Leben am Kitestrand wesentlich angenehmer. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Leider gibt es jedoch immer noch viele Kiter, die nichts dergleichen tun. Nicht zu vergessen diejenigen, die eine andere, sehr bedeutende Sache ignorieren: Die Vorfahrtsregeln. Für manche scheinen diese schlichtweg nicht zu existieren. Wie auch immer – warum jemand die Vorfahrtsregeln nicht einhält, ob nun aus Unwissenheit oder aus bewusster Ignoranz heraus, ist ziemlich egal. Denn einerseits ist ein solches Verhalten unhöflich, andererseits kann es zu gefährlichen Situationen und Zusammenstößen führen!

Achtung: Leute, die die Vorfahrtsregeln nicht einhalten, schauen meist auch nicht gerne hinter sich, bevor sie umdrehen. Oder bevor sie springen. Sicherheitsabstand ist für eingefleischte Ignoranten auch oft ein Fremdwort. Sowie nicht selten auch das Signal, dass sie ihren Kite landen wollen – ich habe es schon mehrmals miterlebt, dass ignorante Leute kein Landezeichen geben, sondern stattdessen einfach ihren Kite an den Strand (oder jemand anderem auf den Kopf) knallen.

Oh ja, unhöfliche und ignorante Leute am Wasser können einen wirklich in den Wahnsinn treiben!  (c) kitejoy

Aber wie geht man nun am besten mit den Ignoranten um? Ich denke, in erster Linie sollte man selbst als möglichst gutes Vorbild agieren.  Wenn man mit mehreren Kitern zusammen ist, kann man das Thema ja einmal ansprechen und andere nach ihren Erfahrungen fragen. Manche Ignoranten sind sich ihres Verhaltens nicht bewusst und brauchen oft nur einen Hinweis oder Denkanstoß – woher auch immer dieser kommt.

Wenn man nach seiner Session Richtung Strand kommt und landen möchte, sollte man das Landezeichen auf jeden Fall klar und deutlich (und nicht nur eine Millisekunde lang) geben. Wenn schlussendlich niemand reagiert,  kann man immer noch laut rufen, um auf sich aufmerksam zu machen – was auf jeden Fall besser ist, als den Kite einfach auf gut Glück runterzulassen oder gar jemanden damit zu erwischen.
Tipp: Es macht wesentlich unabhängiger, wenn man weiß, wie man seinen Kite selbst startet und landet (das braucht aber erstens Erfahrung und ist zweitens nicht an jedem Spot uneingeschränkt möglich)!

Immer deutlich das Landezeichen geben, wenn man von seiner Session an den Strand zurückkommt! (c) Helmut Fuchs/kitejoy

Trifft man am Wasser auf Kiter, die auf Vorrangregeln pfeifen, ist es meiner Meinung nach am besten, einfach so gut wie möglich Abstand zu halten – sofern der Spot ausreichend Platz bietet. Natürlich kann man jemand, der sich ignorant verhält, auch darauf hinweisen – aber meiner Erfahrung nach macht diese Art von Missionierungsarbeit eher wenig Sinn … außer, jemand hat schlichtweg keine Ahnung von den Regeln und missachtet sie nicht  bewusst.

In diesem Sinne: Ich denke, wir sollten versuchen, den Spirit innerhalb der Kite-Community zu pflegen – was meiner Meinung nach keine große Kunst ist: Man sollte einfach nach bestem Gewissen höflich, aufmerksam und hilfsbereit sein! Gute Kinderstube ist oft schon die halbe Miete.

Wie sieht es mit euren persönlichen Erfahrungen aus – habt ihr beim Kiten schon den ein oder anderen Ignoranten getroffen?


P.S.: Wer mehr zum Thema Verhalten unter Kitern lesen möchte, sollte sich diesen Artikel ansehen: Die Kite-Etikette – Benimmregeln für Kitesurfer

Innerhalb der Kite-Community sollten Aufmerksamkeit gegenüber anderen und Hilfsbereitschaft selbstverständlich sein. (c) Helmut Fuchs/kitejoy

 

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